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Michael Grotehusmann


Es begab sich im Jahre des Hahns, dass in einer klammen Nacht am mächtigen Arm der Spree ein Kindelein geboren wurde. Da der Vater des Kindes sein karges Brot als Tagelöhner im Betongewerbe verdiente, tauften ihn die Eltern auf den Namen Mischa. So wuchs der Kleine heran und ward der Augenstern der Familie. Wann immer der kleine Mischa jedoch nicht im Mittelpunkt stand, da stimmte er ein gar großes Geschrei an, wobei er seine engelsgleiche Sangesstimme für immer verlor. Die Jahre gingen ins Land, das Kind wuchs heran doch mit der Niedlichkeit schwand auch das Interesse an ihm. Um so härter kämpfte Mischa um Aufmerksamkeit. Ob als bestfrisierter Hobbyfussballer oder gebräuntester Studiosus, war es immer seine erstaunliche Talentfreiheit die zwischen ihm und dem Ruhme stand. Doch siehe, da begab es sich, dass er in einer dunklen Nacht durch die Straßen streifte und aus einer Kaschemme Stimmen hörte. Er trat ein und wurde freundlich aufgenommen. Man hieß ihn zu spielen und er spielte. Als da die anderen sein fehlendes Talent bemerkten, riefen sie voller Glück aus: "Komm auf die Bühne, komm ins Licht, denn hast du kein Talent, dann nennen wir es Improvisation".